3. MeetUp auf Usedom

Im Dezember 2019 fand das dritte MeetUp auf Usedom statt. Nun schon fast traditionell in der ersten Dezember-Woche trafen sich wieder allerlei Fotografie-begeisterte Menschen im Hotel Baltic auf der schönen Insel Usedom.

Andreas Jorns hatte geladen und um die 160 kamen! Es gab wieder eine Menge Vorträge zu hören und zu sehen. Einiges davon mittlerweile sozial-/gesellschaftkritisch, so dass (zumindest) die Vortragsreihen den Status der reinen Fachvorträge verlassen haben. Nebenbei gab es verabredete und spontane Treffen kleiner Gruppen, um zu fotografieren, sich auzutauschen oder einfach zum Netzwerken.

Ein Highlight war natürlich wieder die Prämierung der besten zehn eingereichten Bilder. Die Gewinner erhielten als Preis ihre Bilder als Leinwand-Print in doch beträchtlicher Größe überreicht. Zudem wurde im Haus-eigenen Fotolabor wieder entwickelt und mit der Chemie hantiert.

Neu hinzu kam die Camera Minutera, eine große Platten-Kamera mit Naßentwicklungssystem als quasi Polaroid, ein am Strand aufgebautes Fotozelt zur Abschirmung des direkten Sonnenlichts, ein Leica-Stand bei dem man sich eine Kamera für ein paar Stunden ausleihen konnte, ein aufgebautes Indoor-Setting für Blitz-Fotografie und eine 3D-animierte Foto-Galerie, durch die man sich mit Hilfe von VR-Brille und 2 Hand-Aktoren bewegen konnte.

 

Ebenso neu für mich war die Möglichkeit, ausgiebig mit einem eigenen Model zu shooten. Ich hatte mir hierfür extra ein Model mitgebracht, so daß ich am Donnerstag und Freitag diverse Foto-Ideen indoor und auch outdoor umsetzen konnte. Da kein Zeitdruck aufkam (das Model stand mir am Do und Fr exklusiv zur Verfügung) war die Fotografie natürliche entspannter aber auch sehr viel kreativer als sonst. – Der Faktor Zeit ist bei einem kreativem Prozeß also nie zu unterschätzen!

Am Samstag stand dann ein Shooting mit der lieben Katha auf dem Programm, mit der ich schon so manches Shooting hatte. Immer wieder schön, kann ich nur sagen. Zusätzlich konnte ich am Samstag eine Leica M10-P mit 75mm-Objektiv testen. Dazu ging ich nach draußen, um ein bisschen Bäder-Architektur zu fotografieren. Erstaunlicherweise kam ich mit dem Messsucher und der manuellen Fokussierung von Anfang an gut zur recht, obwohl ich Brillenträger bin und die Brille beim Fokussieren absichtlich weggelassen habe – fast alle Aufnahmen waren scharf. Am Ende der Session machte ich am Strand noch ein paar Aufnahmen von meinem Model vor einem vom Wind aufgeblasenen Fallschirm, den jemand mitgebracht hatte.

Alles in Allem eine sehr kurzweilige Veranstaltung, auf der man durch den Blick über den eigenen Tellerrand hinweg sehr inspiriert wird und viel Neues lernen kann. Von Jahr zu Jahr kommen mehr Aktionen (teilweise auch ausserhalb der Reihe von Teilnehmern organisiert)  hinzu, so daß einem in diesen drei Tagen nie langweilig wurde.

Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!

 

DSLR gegen Mirrorless 2.0

Nachdem ich die Z 6 nun in den verschiedensten Situationen getestet habe, gibt es mal wieder ein Zwischen-Fazit!

Studio-Betrieb: Alles wie gewohnt (1/160 sek., Start mit Blende 9 oder 11, ISO 100, etc.), nur das man vorher den Modus „Einstellungen auf Live-View anwenden“ ändern muss, damit man im abgedunkelten Studio etwas sehen kann. Den verbesserten Fokussier-Modus bei wenig Licht braucht man nicht, es sei denn, das Studio ist wirklich vollkommen dunkel. Die Ergebnisse stehen der DSLR-Fraktion in keinster Weise nach, die Bildschärfe ist teilweise besser, was möglicherweise mit den geringeren Erschütterungen beim Auslösen zu tun haben könnte, da der Spiegel nicht bewegt und abgebremst werden muss (ich fotografieren fast zu 100% aus der Hand). Vielleicht liegt es aber auch an dem konzeptionell besseren Autofokus…

Es kann aber sein, das man mal daneben liegt, insbesondere bei der Fokussierung aufs Auge, bei Offenblende und bei Verwendung einer kleinen Brennweite mit etwas höherem Abstand zum Motiv. Dann wird nämlich das Fokusmessfeld im Vergleich zum Fokus-Objekt (Auge) doch deutlich größer und umfasst dann nicht nur das Auge, sondern auch die Augenbrauen, Teile der Nase und das obere Jochbein. Eine Alternative ist dann tatsächlich das Nadelspitzen-Messfeld, das noch kleiner ist. Damit sitzt die Schärfe dann endgültig. Da heisst es weiterhin warten auf das für Mai ’19 angekündigte Firmware-Update, das endlich den Augen-Autofokus beinhalten soll.

Low-Light Performance oder zu deutsch: Rauschen Ja, das gibt es, sogar schon bei niedrigeren ISO-Zahlen (z.B. 400) und bei längerem Betrieb. Hier scheint sich der Sensor der Z 6 im Gegensatz zu der DSLR stärker aufzuheizen (was wohl auch an den deutlich längeren Betriebszeiten des Sensors durch den Live-View und die On-Sensor-Belichtungsmessung liegt). Jedenfalls ist das Luminanz-Rauschen im Vergleich stärker. Hier ist also mehr digitale Nacharbeit erforderlich. Bei längeren Shootings mit wenig Licht, kann die DSLR ihre Stärken ausspielen, weshalb ich sie in solchen Situationen immer mit dabei habe. Ich bin gespannt auf die weiteren Tests bei höheren Temperaturen im Sommer!

Bei Shootings mit ausreichend Licht (z.B. ISO 100 und Zeit und Blende im grünen Bereich) hat die Z 6 große Vorteile, wenn man mit lichtstarken Objektiven bei Offenblende unterwegs ist. Durch die bessere Fokus-Leistung muss nicht mehr so stark abgeblendet werden, wodurch das Bokeh nahezu perfekt ist. Natürlich hilft es auch hier, 1/3 oder 2/3 Blendenschritte herunter zu gehen, aber mehr ist wirklich nicht notwendig, sodass das Bokeh noch schön bleibt. In diesem Punkt gibt sie dem Portrait-Fotografen etwas mehr Spielraum, als die herkömmlichen DSLRs.

Die Kompatibilität mit meinen Objektiven ist jetzt zu 100% gewährleistet, da ich das 150-600 mit der Tamron Tap-In Console geflasht habe und nun ist alles OK. Ich habe bei der Verwendung der Nikkore und 3rd-Party Objektive bisher im Gegensatz zur DSLR kein unterschiedliches Verhalten feststellen können. Hier handelt es sich um den puren Investitionsschutz! Trotzdem wird es in Zukunft wohl auch mehr Z-Objektive in meiner Sammlung geben.

c u Jan


2. MeetUp auf Usedom

Nach dem letzten Jahr war Usedom wieder ein voller Erfolg! Dank der Hilfe eines Fotografen, der anderen im hauseigenen Fotolabor unter die Arme griff (auch mir), habe ich nun endlich mal einen Film selbst entwickelt! Und: Er ist sogar etwas geworden!

Gemacht habe ich die analogen Aufnahmen mit meiner Nikon F3T, direkt am Usedomer Strand.  Der ganze Entwicklungs-Workflow ist, wenn man den Entwickler und den Fixierer einmal angemischt hat, eigentlich recht schnell abzuarbeiten. Das einzig Nervenaufreibende ist das Warten auf die Trocknung (1 Nacht).

Ich war erstaunt, dass ich die Tätigkeiten im Dunkel-Sack doch recht schnell auf die Reihe bekommen habe (Film-Patrone öffnen, Enden abschneiden und Aufspulen). Das lässt hoffen! Allerdings wird das auf Dauer wohl nicht mein Hobby, dazu bin ich zu viel Fotograf und zu wenig Chemiker! Dazu gibt es dann ja noch die digitae Welt, die einiges einfacher macht…

Was gab es sonst noch auf der Insel.? Am Anreisetag war ich erstmal in Peenemünde im Museum (altes Kraftwerk). Dort wurden im 2. Weltkrieg die V-Waffen konstruiert und getestet. Der alte Kraftwerks-Bau ist irgendwie unheimlich, wäre aber eine super Location für Lost-Place-Shootings.

Leider fiel das gebuchte Model kurzfristig wegen Krankheit aus, aber es waren TfP-Modelle vor Ort, so dass ich immerhin drei kurze Shootings hatte. Auf Grund der Wetterlage fanden die Shootings im Zimmer statt und ich habe mit Fenster-Licht gearbeitet. So hätte ich mir das Mitschleppen des ganzen Blitz-Equipments eigentlich sparen können. Aber das weiß man ja vorher nicht. Nebenbei habe ich  interessante Vorträge gehört und viel mit netten Menschen gesprochen. Auch ein paar bekannte Gesichter waren diesmal dabei; mein Netzwerk wird größer…

Alles in Allem wieder eine gelungene Veranstaltung und so langsam fühle ich mich heimisch! Bis zum nächsten Jahr!

Jan

Umweltfotofestival Zingst

Im Juni besuchte ich das Umweltfotofestival in Zingst, um an dem „Richtig Reflektieren“-Workshop mit Martin Krolop teilzunehmen.  Der Grund hierfür ist unser windiges Wetter im Norden der Republik.  Normale Falt-Reflektoren am Strand zu benutzen ist ein Graus, sogar wenn man Stative und Halter hierfür besitzt. Es musste also eine vernünftig funktionierende Lösung her.

Aus diesem Grund wollte ich spezielle Informationen zu den Sunbounce-Produkten aus den beiden Profi-Fotografen Krolop/Gerst heraus kitzeln.

Die kamen dann auch, denn Martin fragte zu Beginn des Workshops ab, was die Teilnehmer des WS erwarten. So zeigte sich, das ich nicht der Einzige war, der genau diese Informationen bekommen wollte.

Martin und Marc berichteten dann auch recht offen über die Vorzüge und Nachteile der verschiedenen Bespannungen der Sunbounce-Produkte und welche Bespannungen in der Praxis wirklich benötigt werden und welche nicht. Untermauert wurde das ganz dann auch durch praktische Beispiele, die direkt vor Ort demonstriert wurden.

Natürlich hatten wir als Teilnehmer die Möglichkeit, die Produkte anschließend ausgiebig zu testen.  Marc und Martin halfen dabei, wenn es ein technisches Problem gab. Es wurde in kleinen Gruppen getestet, wobei die drei Modelle immer in Rotation wieder getauscht wurden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nun über die Sunbounce-Produkte gut Bescheid weiß und mir meinen Produkt-Mix bereits zusammen gestellt habe. Die ersten Tests am Strand bei windigem Wetter sind bisher gut verlaufen und ich habe jetzt die Ausrüstung, die ich mir dafür immer gewünscht habe.  Ein paar weitere Teile werden folgen.

 

Jan

Jinbei Porty DC 600

Porty

Um bei Außen-Einsätzen etwas unabhängiger zu sein, hatte ich in der letzten Zeit immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, mir einen Porty (Akku-betriebener Blitz) zuzulegen. Dann kam das Angebot für einen gebrauchten Porty via Facebook-Gruppe herein geflattert und ich habe zugeschlagen. Für ca. 40% des Neupreises habe ich dann einen Jinbei-Porty DC 600 mit zugehörigem Akku-Pack FL II 500 und Tragetasche erworben. Das Ganze ist in einem guten Zustand und nicht so häufig benutzt worden.

Der DC 600 hat eine Nennleistung von 600 Ws was eigentlich schon recht viel in Innenräumen ist. Im Freien bei Sonnenlicht dürfte es fast noch etwas mehr Leistung sein, aber nach meinen ersten Tests bin ich recht zufrieden mit der Lichtausbeute.

Der Blitz läßt sich in Stufen von 1 bis 5 in 0,1er Schritten regeln. Nach Datenblatt soll er bei einen Einstellung von 1,0 lediglich 25 Ws abgeben. Das wäre ideal, wenn wirklich nur eine kleine Aufhellung benötigt wird.

Wenn die Skala linear verläuft, erhält man also pro voller Stufe eine Leistungs-Erhöhung von ca. 120Ws. Tatsächlich kam mir das aber eher logarithmisch vor; die Leistung stieg in den oberen Stufen deutlich mehr an, als in den unteren.

Der Blitz hat ein Einstelllicht in Form eine einzelnen Großflächen-LED mit leicht bläulicher Lichtfarbe. Es lässt sich entweder dauerhaft dazu schalten, oder für jeweils 10 sec. Danach schaltet es sich ab, um Strom zu sparen.

Wie lange die Laufzeit im Dauertest sein wird, wird sich noch zeigen, wenn ich mal eine etwas längere Session habe (angegeben sind 400 Blitze).

Damit ich bei Vor-Ort-Shootings nicht immer so lange mit dem Aufbau der großen Octabox beschäftigt bin, habe ich mir dann auch gleich noch die Jinbei K90 Umbella-Box mit Bowens-Anschluß gekauft. Diese Box ist zwar nicht so groß wie meine Studio-Box, läßt sich aber auf Grund des Schirm-Mechanismus recht schnell aufbauen. Einfach auseinander drücken, dann den mittleren Part nach unten zur Basis hin drücken und einrasten lassen und dann noch den Innen- und Außenreflektor ankletten.

Das ist das selbe Prinzip wie bei der Firefly II, die aber nur einen Durchmesser von 65cm hat. Da machen die 25cm mehr bei der Jinbei schon eine deutliche Erhöhung der Fläche aus.

Ich bin gespannt, wie sich die Kombination Party + Box in der Praxis schlagen wird.

 

ISO-Invarianz und „Expose to the right“

Wie lautet doch der alte Fotografen-Ausspruch: „Expose to the right“? Richtig, man soll im Histogramm hin zum rechten Rand belichten. Aber warum ist das eigentlich so? Diese Antwort ist relativ einfach zu geben: das Histogramm ist logarithmisch angeordnet, was bedeutet, das am rechten (hellen) Rand viele unterschiedliche Farb- und Helligkeitswerte abgebildet werden. Am linken Rand sind das sehr viel weniger. Verschiebt man nun durch leichte Überbelichtung die gesamte Bild-Dynamik etwas nach rechts, erhält man mehr unterschiedliche Farb- und Helligkeitswerte, die Aufzeichnung-Qualität des Bildes steigt und man verhindert ein „Absaufen“ der Tiefen. Das zur Historie.

Na gut, aber was hat das mit ISO-Invarianz zu tun? Bei den modernen Kameras (z.B. auch meine D750 und D7200) sind die neuen, invarianten Sensoren verbaut worden. Bei diesen Sensoren ist im Aufnahme-Workflow die Phase der ISO-Aufhellung mit der Analog-/Digital-Wandlung vertauscht worden, d.h. die Wandlung findet nun vor der Aufhellung/Verstärkung statt. Dies hat mit dem Sensor-Grundrauschen zu tun, das durch diese neue Anordnung nochmals reduziert werden konnte. Ein Schritt in die richtige Richtung. Der bedingt aber auch, dass die ISO-Aufhellung als nachgelagerter Prozess in der Kamera statt findet und nicht bei der Aufnahme. Man stellt die Belichtung also nur durch Blende und Zeit ein, die ISO-Zahl definiert nur den Prozess der späteren Aufhellung! Autsch, das wirft aber unsere alten Glaubenssätze um!

Es geht aber noch weiter: Die neuen Sensoren haben einen sehr großen Dynamik-Umfang, der sich in einer weiteren Spreizung des Histogramms ausdrückt. Es werden also mehr „helle“ und „dunkle“ Werte geschrieben als vorher. Bei einer späteren Aufhellung im RAW-Konverter würde man also viel eher den rechten Rand erreichen, was zum „Ausfressen“ der Lichter führen würde. Um diesen Effekt zu vermeiden sollte man in Situationen mit guter Beleuchtung eher etwas unterbelichten, um später genug Reserven in der Nachbearbeitung zu haben.

Gibt es Ausnahmen von dieser Regel? Ja, bei mono-chromatischen Motiven oder bei Motiven, die nur einen sehr kleinen Teil des Histogramms ausnutzen, sollte man trotzdem noch expose to the right belichten, um den Dynamik-Umfang so zu erhöhen, dass in der Nachbearbeitung noch Reserve bleibt.

Quelle: https://www.foto-schuhmacher.de/artikel/hardware/iso-invarianz.html